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In Schale werfen

Ich schätze, dieser Blog enthält einen ziemlichen Anteil an Selbstoffenbarung. Nicht nur, dass ich in ca. jedem 5. Post Susi erwähne, auch scheint ein Großteil der Links zu Tutorials für Schals zu führen!

Tatsächlich ist mein Fundus an Schals, Tüchern und Verwandtem über die letzten Jahre enorm angewachsen und ich gehöre zu den Menschen, die auch bei 30° C im Schatten am Liebsten etwas um den Hals haben möchten.

Nach den ganzen sportlichen Jerseyschals habe ich bei Burdastyle ein eher eleganteres, dramatisches Modell gefunden:

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Das Tutorial gibt es hier - jetzt muss ich mir nur noch überlegen, wie ich in Zeiten des Hamburger Sommers mein Bedürfnis nach noch einem Schal rechtfertigen kann…

PS – Burda sieht jetzt nicht nur fetziger aus, sondern hat sich auch einen jüngeren Namen verpasst – aus “Burda Welt der Mode” wird jetzt “BurdaStyle”!

Liebe Leser, ich brauche eure Hilfe! Meine heißgeliebte Nähmaschine hat ein Teil ausgespuckt, das ich noch nie gesehen habe und von dem ich nicht weiß, wo es hingehört!

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Das kleine Metallteil auf der rechten Seite entstammt offensichtlich der Spulenkapsel, aber wie kommt es da wieder herein? Oder ist sie gar kaputt? Ich wäre für jeden Anhaltspunkt dankbar (mein Nähmaschinenhändler ist am anderen Ende der Stadt, und in Zeiten von Semester-Abschluss-Klausuren würde ich mir den Weg dorthin gerne ersparen, wenn es nicht unbedingt nötig ist).

EDIT: Vielen Dank an Eve und Lucy! Ich habe das Teil entsprechend der Empfehlung  (und wie es mir mein gesunder Menschenverstand auch hätte sagen können) einfach wieder in die Spulenkapsel gelegt und alles ist wieder gut!

…denn eigentlich geht es mir schon wieder gut!

Eine aufmerksame Leserin hat mich darauf hingewiesen, dass ich noch gar nicht verraten habe, wie ich zu diesem unglamurösen Accessoire gekommen bin:

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Wie ich sicher schon oft erwähnt habe, habe ich ein großartiges Pferd namens Susi. Leider wiegt Susi ziemlich genau zehnmal so viel wie ich, und als sie nach einem gigantischen Stolperer auf mir landete, rammte sie mich buchstäblich mit der Schulter zuerst in den – zum Glück weichen – Reithallenboden. Wir hatten beide riesiges Glück, nur leider konnte ich meinen rechten Arm anschließend nicht mehr wirklich bewegen und habe mich dann nach langem hin und her auf den Weg über die Notfallpraxis (es war mittlerweile 22:00) ins Krankenhaus gemacht, wo mir ein “nicht dislozierter Tuberculum Majus-Abriss” diagnostiziert wurde, was (wie ich später gegoogelt habe) bedeutet, dass ich mir ein kleines Knochenstückchen im Oberarm, an dem ein paar große Muskeln ansetzen, abgerissen habe.

Was dramatisch klingt war vor Allem unschön (zwei Wochen ungeschminkt, unfrisiert und wenig hübsch angezogen), umständlich (einhändig anziehen, einkaufen, und das ständige “Mama, kannst du mal…?”) und vor allem langweilig (meine Hobbys: Reiten, Nähen, Bloggen – alles involviert meinen rechten Arm!), aber von ein paar wenigen Gefühlsabstürzen abgesehen habe ich die schlimmste Zeit gut hinter mich gebracht und möchte mich hier noch einmal ganz herzlich für die lieben Worte bedanken! 

Jetzt tippe ich wieder in doppelter Geschwindigkeit, nähe (wenn auch primär mit links) und reite… “im Geheimen” würde meine Heldin, Lotta aus der Krachmacherstraße, jetzt sagen. Und dank dem Training der linken Hand ist meine rechte Gehirnhälfte jetzt bestimmt doppelt so groß wie vorher!

Die zweite Woche meiner verletzungsbedingten Nähpause ist angebrochen, und sei es auch noch so nett, die Tasche getragen zu bekommen oder sämtliche Haushaltstätigkeiten anderen zu überlassen, sehe ich, mittlerweile völlig schmerzfrei und gefühlsmäßig geheilt, meinen Gilchrist-Verband nur noch als persönliche Schikane zur Verhinderung selbstständiger Beschäftigung an. Zu allem Unglück weist mich jeder Zweite zudem darauf hin, dass das doch die Gelegenheit wäre, für die anstehenden Klausuren zu lernen, und seit aus meinem Mangel an Zeit ein Mangel an Beschäftigung wurde, fällt es mir schwer, das zu bestreiten!

Manche Frauen kaufen bei Frust Schuhe – ich kaufe Füße! 

Zugegeben, irgendwie bewundere ich Näherinnen, die mit ihrem Set aus drei Standard-Füßchen alles machsen und dabei noch cool bemerken können, dass sie solchen Schnickschnack nicht brauchen. Allerdings werde ich beim Durchforsten des Nähfüßchen-Verzeichnisses immer wieder  ergriffen von einer Welle an Ideen, die sich mit dem jeweiligen Teil umsetzen ließen, gefolgt von einem dringenden Bedürfnis, es sofort ausprobieren zu müssen.

So oder so ähnlich sieht auch meine Erklärung für meine beiden Neuzugänge aus: Den Zickzack-Säumer, der feine bis mittelschwere Stoffe bei Nähen doppelt umschlägt (man denke an Halstücher oder hübsche kleine Tops aus feinen Stoffen) und den Kreisstick-Apparat, der Muster und Nähschriften in Bögen und Kreise setzen lässt. 

Vorteil meiner momentanen Situation: Da ich weder Reiten noch Nähen kann, habe ich genug Zeit, einen Abstecher zum Nähmaschinenhändler meines Vertrauens zu machen und meine Pläne direkt in die Tat umzusetzen. 

Nachteil meiner momentanen Situation: Da ich nicht Nähen kann, aber alle Zutaten direkt vor mir liegen habe, kann ich das Wiedereinsetzbarwerden meines rechten Armes noch weniger abwarten…

Tip: Wer sich für verschiedene Füßchen und deren Gebrauch interessiert, sollte mal auf der Bernina-Homepage vorbeischauen; dort gibt es ein großes, nach Einsatzgebieten sortiertes Verzeichnis sowie viele anschauliche Videos zur Verwendung.

Passives Nähen

Seit genau einer Woche sitze ich jetzt schon hier mit meinem rechten Arm auf dem Bauch und während ich mich ausgesprochen glücklich schätze, halbwegs ungeschoren davongekommen zu sein, bin ich natürlich wahnsinnig ungeduldig, wieder an die Maschine zu dürfen!

Nicht nur, dass ich die Textile Art und meinen Workshop in Berlin verpasst habe (und stattdessen ziemlich verquollen und seltsam schwanger aussehend durch Berlin gelaufen bin), am Samstag ist auch noch ein Schnittmuster angekommen, mit dem ich schon lange geflirtet hatte: Jalie 2679.

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Bildquelle: Jalie.com

Bei PatternReview sind die Jalie-Schnittmuster ausgesprochen beliebt; was ich besonders toll finde, ist die riesige Größenauswahl, die vom kleinen Mädchen (Größe 92!) bis hin zur ausgewachsenen Dame (Größe 52!) reicht. Außerdem sind die Schnittmuster statt auf dünnem Pergament auf kräftigem Papier gedruckt, was einen soliden und langlebigen Eindruck macht.

Auf dem Stoffmarkt Holland habe ich wunderschönen, qualitativ tollen, winddichten Fleece gefunden; bei der großen Farbauswahl fiel mir die Entscheidung denkbar schwer, wer aber in letzter Zeit meine Aktivitäten verfolgt hat, wird über meine Wahl von lila und grau nicht verwundert sein.

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Bei der Konstruktion der Jacke gefällt mir die Linienführung der einzelnen Paneele besonders gut und momentan überlege ich, wie ich die beiden Farben geschickt kombinieren könnte.

jalieBildquelle: Jalie.com

Mein großes Fleecejacken-Idol ist natürlich die “Funnel Neck” von Bench; mein Modell, mit Schalkragen und Kapuze, ist ein absolutes Lieblings-Teil!

Hier also eine kleine Liste an Modifikationen, die ich gerne Vornehmen würde:

  • Stulpenärmel mit Daumenloch: Ein tolles, bebildertes Tutorial, gefunden bei der Hobbyschneiderin
  • extra-hoher, überlappender Kragen: Noch ein Link zur Hobbyschneiderin. Hiefür müsste ich einen Reißverschluss einsetzen, der nur bis zum Kragenansatz geht – was nicht allzu schwierig sein dürfte.
  • Embossing auf Stoff: Vielleicht brenne ich mir meinen Namen auf den Kragen. Ich liebe personalisierte Kleidung! Link zu Threads Magazine (zwar geht es hier um Samt, aber mit Fleece müsste das doch auch funktionieren, oder?)

Also, der Countdown bis zu meiner Befreiung läuft! Bis dahin grüße ich Euch alle ganz lieb und übe mich in Geduld. Wie hieß es doch so schön?

Ich bin jung, ich kann warten.

Summer braid scarf – Summer braid scarf – DIY tutorial – Pickles

gefunden bei whipup

 

 

Heute nur eine kurze Nachricht von mir; durch einen kleinen Sturz mit Susi bin ich spontan unter die Linkshänder gegangen, was meine Tippgeschwindigkeit zwar deutlich reduziert – aber sehen wir’s mal positiv, ich tue etwas für meine rechte Gehirnhälfte!

Vielleicht bin ich ja bald geschickt genug, um mit links die Schere zu halten – dann mache ich mich an diesen coolen Schal!

Es ist soweit: Morgen geht es für mich los nach Berlin!

Auch wenn ich als Hamburgerin sozusagen genetisch darauf eingestellt bin, Berlin nicht zu mögen, freue ich mich wahnsinnig. Natürlich auch auf das Radrennen meiner Eltern am Sonntag Morgen (den eigentlichen Grund der Reise), aber vor Allem auf die Textile Art Berlin, eine Textilkunstmesse auf die mich Lucy von Nahtzugabe aufmerksam gemacht hat. Dort werde ich nicht nur Lucy persönlich treffen, sondern auch einen großartig klingenden Workshop bei Rita Zepf belegen: Schreiben mit der Nähmaschine! 

Textile Kunst ist ein Bereich, mit dem ich bisher noch nicht  beschäftigt hatte und ich bin wahnsinnig gespannt, was mich dort in der zur Zeit angesagtesten Stadt Deutschlands (ich habe auch schon gehört, Berlin sei das neue New York) erwartet. Interessanterweise funktioniert das Schreiben mit der Maschine ganz ähnlich wie das Freihandquilten bzw. die “Freehand Embroidery”-Technik, über die ich vor einigen Wochen geschrieben habe (und auch schon ausprobiert habe! Dazu dann nächste Woche mehr).

Und weil ich meine Maschine so gerne habe, nehme ich sie gleich mit!

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Zum Glück gehörte zum Lieferumfang meiner Bernina 435 eine Reisetasche; leider fehlt der dazugehörige Lastkran (das Teil ist  wohl ungefähr so schwer wie die Rennräder meiner Eltern zusammen)…

Also, in der kommenden Woche werde ich jede Menge zu berichten haben! Zudem habe ich auch noch eine andere spannende Mitteilung zu machen… also schaut bald wieder rein!

…doch man sollte schon für die langen, dunklen, kalten Abende vorsorgen, die uns bevorstehen! Was könnte tröstlicher sein als ein kuscheliger Kapuzenpulli?

So oder so ähnlich muss der Gedankengang der Burda gewesen sein, als sie und dieses neue gratis-Download-Modell zur Verfügung stellten. Es ist eines der Gewinnermodelle des Lingerie-Awards der Firma Triumph; Thema war “Inkonen”. Zwar ist mir noch nicht klar, was ein Sewatshirt mit Lingerie zu tun hat, aber schön sieht er trotzdem aus!

BurdaGratis

Bildquelle: http://www.burdafashion.com

Eine witzige Idee sind die Reißverschlüsse, die an der Kapuze und den Ärmeln angebracht sind, am Besten zu sehen in der technischen Zeichnung:

technischeZeichnung

Bildquelle: http://www.burdafashion.com

Wozu noch den Kopf in den Sand stecken, wenn man auch einfach die Kapuze zuziehen kann? Allerdings werde ich sie wohl aus Gründen der Gemütlichkeit (und der Reißverschluss-Phobie!) weglassen bzw. nur den Kapuzen-Reißverschluss anbringen. 

Sehr schön finde ich die einfache Konstruktion; durch die angeschnittenen Ärmel fällt ein mühsames Einreihen des Strickstoffes weg. Zudem gibt es nur zwei Schnitteile, puls zwei Rechtecke für Bündchen, was das von mir eher ungeliebte Anzeichnen und Zuschneiden auf ein Minimum reduziert. Empfohlener Stoff ist “Rippenjersey mit glatter Abseite“; mein Plan ist allerdings, die Bündchen aus Schlauchware zu schneiden und den Rest aus kräftigem Baumwolljersey oder dünnem Sweaterknit zu nähen (ich weiß ja nicht einmal, was eine Abseite ist!).

Endlich ein sportliches, tragbares, alltagstaugliches Gratis-Schnittmuster! …fast schon ein Grund, sich auf den Herbst zu freuen…

Edit: Anlässlich eines kleinen spontanen Frust-Shoping-Trips war ich heute bei American Apparel – und was habe ich da gefunden?

AABatwingHoodie

Wenn jemand eine Reise tut,
So kann er was verzählen.
D’rum nahm ich meinen Stock und Hut
Und tät das Reisen wählen. – Matthias Claudius

Stock und Hut mögen zwar schick sein, aber dürften auf den Städtetrips, die ich nach Berlin und Manchester geplant habe, doch eher hinderlich sein. Viel praktischer: Eine Reisegarderobe aus Jersey!

Uns so habe ich die Notwendigkeit von gemütlicher und knitterarmer Reisekleidung als Gelegenheit genutzt, meine Kenntnisse im Umgang mit diesem weichen, dehnbaren Stoff zu erweitern. Ich erinnere mich nur zu gut an meine ersten Versuche  und vor allem die ersten krummen, schiefen Nähte mit den vielen ausgelassenen Stichen!

Aber was ist eingentlich ein Jersey?

Jersey (nach der britischen Insel Jersey)

ursprünglich Ware von der Rundwirkmaschine, jetzt allgemein Maschenware mit einer Jerseyausrüstung. Single Jersey ist die einfache R/L-Ware oder R/L Futterware.

Quelle: Stofflexikon.com

Soweit zum Stoff! Fragt sich nur welche Schnittmuster wandlungsfähig und tragbar genug sind, um einem trotz geringem Kofferplatz das Gefühl zu geben, gut angezogen zu sein? Hier ein paar Vorschläge:

Oberteile

  • McCall’s 5241: Wie bereits in meinem letzten Post erwähnt eines meiner Lieblings-Stücke: Bequem, wandelbar und schnell zu nähen.
  • Burdastyle’s Lydia: Fast jede Hobbyschneiderin hat ein Schnittmuster für ein schlichtes, langärmeliges Top in ihrem Vorrat. Durch einfache Manipulationen wie Verändern der Saumlänge, hinzufügen erst von Weite und dann von Smocking oder Fältchen oder dem Kreieren eines Wickel-Tops kann man erstaunliches  aus diesem Mauerblümchen herausholen (Mein Tip: Sucht bei Burdastyle)!
  • Kimono-Inspired Hoodie: Dieses Tutorial habe ich vor einigen Jahren auf Craftster gesehen und hege seitdem den Plan, diesen coolen Kapuzenpulli einmal auszuprobieren. 

Kleider

  • Burda WOF 06/09 115: Natürlich muss auch mein neues Lieblings-Kleid mit. Was gibt es praktischeres als ein Kleid? Einfach hineinschlüpfen, einen schönen Schal und ein paar Ohrringe dazu, stadtbummel-taugliche (flache) Schuhe – fertig.

2Burda0609Bildquelle: http://burdafashion.com

  • The Infinity-Dress (aka the Convertible Dress): Die Konstruktion ist fast lächerlich einfach: Ein Tellerrock (im Grunde genommen also ein Kreis mit einem Loch in der Mitte), ein Bündchen (also ein Rechteck) und zwei extra-lange Bänder, zusammengenäht mit einer Naht. Bei offenkantiger Verarbeitung ein Kleid, das selbst Anfänger in weniger als einer Stunde fertig nähen können! Umso mehr Zeit kann man damit verbringen, sich zu überlegen, wie man es tragen möchte…

infinity_halter_frontBildquelle: http://rowena.typepad.com

Accessoires

Universale Kleidungsstücke

  • American Apparel’s Le Sac: Seit in Hamburg eine Filiale von American Apparel aufgemacht hat, ertappe ich mich dabei, immer mal wieder die bunten Leggins, T-Shirts und simplen Jersey-Stücke, die sie als Kleider verkaufen, anzuhimmeln. Dieses super-wandelbare Modell kann man zu einem Bruchteil des Kaufpreises selber nähen!

Bildquelle: http://www.americanapparel.com

  • American Apparel Circle Scarf: Ich liebe Schals und habe auch bei 30° Celsius immer etwas um den Hals. Ich liebe Kleidungsstücke, die man auf verschiedene, kreative Arten und Weisen tragen kann, auch wenn ich meist bei meiner Lieblings-Version bleibe. Aber warum kostet ein einfacher Stoffschlauch zwischen 28 und 41 Euro? Hier ein Tutorial!

american apparel circle scarf ways to wear it

 

Hier kommt noch ein Geständnis: Ich horte nicht nur Stoffe, sondern bin auch ein großer Fan von Handarbeits- und insbesondere Nähbüchern jeglicher Art. Leider besteht jedes Zweite in meinem Regal zu einem großen Teil aus grundlegenden Anleitungen, sodass ich abgesehen von den Projekten selten etwas Neues sehe. Ein Buch, das aber von vorne bis hinten ungewöhnlich nützlich ist und dazu noch mit wirklich tollen Schnittmustern und Anleitungen zu Manipulationen kommt ist “Sew U home stretch” von Wendy Mullin. Hier wird jeder Schritt und jedes Projekt sowohl für Nähmaschinen als auch für Overlocker-Benutzer genau erklärt; das Styling ist cool und die Texte locker geschrieben. Die Modelle erinnern mich irgendwie an Urban Outfitters und American Apparel – vielleicht ist es ja auch kein Zufall, dass Urban Outfitters in den USA eine Nähabteilung mit Built by Wendy-Schnittmustern eröffnet hat!

Noch ein kleiner Jersey-Tip für Sparfüchse: Bei Discountern wie Kik gibt es immer wieder sehr günstige Jersey-Bettlaken, die einem für 5 € eine ganze Menge Stoff liefern!

Mit offenem Ende

Ich bin ein kleiner Perfektionist: Wenn ein von mir genähtes Kleidungsstück nicht auch von Innen hübsch anzusehen ist, werde ich es nur ungerne und mit einem “unordentlichen” Gefühl tragen.

Kein Wunder also dass mich offenkantig verarbeitete Projekte wie mein geliebtes McCall’s-Sweatshirt in den Wahnsinn treiben – was sich darin äußert, dass ich meine Arbeitszeit verdoppele, um alle offenen Kanten mit Schrägband einzufassen (was leider auch nicht immer funktioniert).

Hier eine kleine Linkliste für alle mit einer ähnlichen Macke:

Doch wie es bei wohl allen kreativen Arbeiten ist, gibt es immer wieder Projekte, die einen seine Einstellungen zu solchen Dingen überdenken lassen. Doch wer hätte gedacht, dass ausgerechnet ein aus sich einrollenden Jerseystreifen zusammengebastelter Schal meine Ressentiments zu offenkantigen Nähten aufweichen würde?


Ich liebe diese Schals! Knapp 20 Minuten, nachden ich den Link zu diesem Tutorial in meinem Google Reader fand, hatte ich eine erste einfarbige Version genäht – geschnitten – gerollt. Seitdem bin ich der festen Überzeugung, dass jeder meiner Freunde so ein Schmuckstück braucht.

EDIT: Vielleicht ein wichtiger Hinweis – Jerseys rollen sich meist auf die rechte Seite, das heißt, dass die linke Seite dann außen sichtbar ist! Auffällige Prints, die nur von rechts zu sehen sind, verschwinden dann meist unter den gerollten Rändern.

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Seitdem bin ich auf einer Mission: Herauszufinden, wie man sich einrollende Jerseykanten in möglichst viele schicke Modelle einfügen kann.

Erster Erfolg: Ich habe es erstmalig geschafft, einen McCall’s One-Hour-Cardigan (5241, hier Ansicht B) tatsächlich in einer Stunde zu vollenden – indem ich alle Säume ungesäumt gelassen und sie anschließend ein wenig “ausgeleiert” habe (planvolle Zerstörung spricht scheinbar einen tiefliegenden Instinkt in mir an). 

(Für eine kleine Galerie an Tragevarianten könnt ihr gerne mal bei meinem Flickr-Album vorbeisehen)

Und wer sich fragt, was sich unter diesem gemütlichen Umhang verbirgt…

Ich konnte natürlich nicht widerstehen, mein heiß geliebtes Kleid aus der Burda 06/09 noch einmal zu nähen!

So langsam nähere ich mich meinem Ziel, eine kleine, knitterarme, bequeme Alltags-Reise-Garderobe zusammenzustellen. Wo die Reise hingeht? Dazu nächste Woche mehr!

…und hier nochmal alles zusammen:

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